Trau dich hinter deine Maske zu schauen

Die Fastenzeit bewusst erleben im ehrlichen Blick auf sich selbst

In der Fasnet, dem Fasching, der Fastnacht, oder wie immer wir diese Zeit des fröhlichen und bunten Treibens auch nennen, konnten wir uns an vielen Orten über phantasievolle oder ganz historische Masken freuen.

Haben Sie sich dabei manchmal gefragt, wer sich wohl dahinter verbirgt?  - Mann oder Frau, jung oder alt? In der Regel wissen wir es nicht, können es nicht erkennen.

Tragen wir im alltäglichen Leben nicht auch ab und zu eine Maske - im übertragenen Sinn? Suchen damit einen Schein zu wahren oder etwas zu verbergen? Manchmal bewusst und manchmal vielleicht auch unbewusst. Die österliche Bußzeit lädt uns ein, einen Blick hinter unsere eigene Maske zu werfen. "Kehre um und glaube an das Evangelium", so hörten wir am Aschermittwoch, als uns das Aschekreuz aufgelegt wurde. Umkehren heißt in diesem Kontext erst einmal, die eigene Maske abzunehmen und den offenen und ehrlichen Blick auf sich selbst lenken und vielleicht sogar ertragen zu lernen. Nicht alles, was wir dort sehen wird uns gefallen und damit müssen wir erst einmal umgehen können.
Die 40 Tage der Fastenzeit wollen uns dabei unterstützen, uns selbst ehrlich in den Blick zu nehmen.

  • Bin ich mit mir als Person zufrieden?
  • Wie geht es mir in meinem Umgang mit anderen?
  • Spielen Gott und die Botschaft Jesu wirklich eine Rolle in meinem Leben?
  • ..

Dieser Katalog lässt sich noch beliebig mit Punkten ergänzen, die für uns persönlich gerade aktuell sind. Die alles entscheidende Frage ist jedoch, ob wir uns tatsächlich trauen uns selbst ehrlich in den Blick zu nehmen, achtsam zu werden?  „Achtsam sein“…Ein schöner Gedanke. Die Gegenwart Gottes in unserem Leben ist für uns Christen gesetzt. Wir brauchen uns Gottes Nähe nicht erst zu verdienen, sondern ER ist bereits da. Wie stark wir Gott in unserem Leben wahrnehmen hat jedoch oft etwas mit unserer Achtsamkeit zu tun. Je bewusster wir unser Leben gestalten, desto eher haben wir die Chance, die tragende und heilende Gegenwart Gottes zu spüren und zwar in ganz alltäglichen Dingen. Da, wo es uns in unserem Leben gelingt, offen und achtsam zu sein, für uns selbst, für unsere Familien, Arbeitskollegen und Kolleginnen, für die Menschen in unserer Nachbarschaft, für die persönliche Zeit des Gebets und des Gottesdienstes, da können wir Gottes Gegenwart immer wieder spüren.
40 Tage sind uns jetzt geschenkt, um aufmerksam zu werden, damit wir erkennen können wo es eine Umkehr oder Neuorientierung in unserem Leben braucht um mit Jesus Christus am Ostermorgen als veränderte, achtsame Menschen bildlich gesprochen auferstehen zu dürfen.
Ich wünsche Ihnen reiche Erfahrungen und einen guten Weg der Achtsamkeit durch die diesjährige Fastenzeit.


Claudia Vogelmann

Gemeindereferentin