Frohe Ostern

Frohe Ostern

Liebe Schwestern und Brüder,

Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung – so beginnt ein geistliches Lied (Gotteslob 472). Das Fest der Auferstehung mitten im Leben der Menschen, mitten in unserer Welt – das ist wirklich ein Grund zu feiern. Wir feiern die Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Wir feiern, dass das Leben vielmehr weitergeht über den Tod hinaus. Das ist tatsächlich Grund genug zu feiern. Das ist die frohe Botschaft. Feiern! Eine einfache, wunderbare Erfindung des Menschen. Feiern bedeutet, den Gedanken der Ewigkeit und des Unvergänglichen in unser Leben zu lassen. Genau das tun wir bei der Hochzeit, bei der Taufe, beim Geburtstag, beim Jubiläum, im Gottesdienst. Anlässe zum Feiern gibt es viele. „ Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung. Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da“, so heißt es weiter.

Aber Halt! Wieso heißt es „Manchmal feiern wir mitten am Tag?“ Feiern heißt doch eigentlich, dass der Alltag Pause macht. Das Fest entführt mich in eine andere Welt. In eine Welt voll Freude, Gesang und Lachen. Zeit spielt keine Rolle, es gibt keine Verpflichtungen. Wenn ich ein Fest feiere, dann bin ich wahrhaft frei. So ein Fest findet auch mitten im Alltag unabhängig von Zeit und Lebensumstände statt.  Auferstehung passiert jeden Tag. Die Sache mit Jesus ist mit seinem Tod nicht zu Ende. Sie geht weiter. Führt über den Tod hinaus. Neues Leben bricht an. Die Freunde Jesu, tieftraurig über seinen Tod, erleben: Dieser Jesus ist bei uns. Es geht weiter. Wir können aufatmen. Und sie erleben das mitten im Alltag. Sie erleben, dass Ihnen Jesus nahe ist, wenn Sie miteinander essen, wenn Sie miteinander sprechen, wenn Sie füreinander da sind.

Auferstehung lässt sich überall finden. Nicht nur an Ostern. Sondern überall dort, wo sich etwas verändert. Wo etwas neu wird. Wo sich Leben Bahn bricht: Mitten im Alltagstrott, mitten im belanglosen Reden, mitten im Konflikt, mitten in der Hilflosigkeit, bei jedem kleinen Handgriff. Und wenn ein Streit beigelegt wird, wenn jemand nicht das letzte Wort haben will, wenn ich neu zu denken anfange. Wenn ich spüren kann, Gott ist mein Halt gerade in meiner schwierigen Situation, wenn wir anfangen von Frieden zu sprechen und ihn zu leben, dann geschieht Auferstehung. Mitten im Tag. Und das ist ein echter Grund zum Feiern. 

In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen ein schönes Fest und mitten in Ihrem Alltag Auferstehungserfahrungen.

Ihr Pater Gasto Lyimo

Wie Gott sich zeigt

Einer der Kerntexte des Alten Testaments, der hebräischen Bibel, ist die Berufung des Mose am Dornbusch (Lesung aus dem Buch Exodus 3,1-8a.10.13-15).

Hier offenbart Gott die Bedeutung seines Namens: Er, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs mit dem nicht aussprechbaren Namen J – H – W – H, stellt sich vor als: „Ich bin, der ich bin.“

Wieder überlegen wir, ob diese Geschichte uns erzählen will, welche tiefere Bedeutung sie für uns haben kann.

Dazu einige Gedanken von P. Gasto Lymio:  Predigt 3. Sonntag der Fastenzeit

 

Gebet in unruhigen Zeiten

Guter Gott, wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:

Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken.
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Weit in diesen Monaten verändern wird.
Da ist ein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben:
Wir müssen auf vieles verzichten, das wir gerne tun, um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.

Dies alles: unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste, tragen wir vor dich.

Du hast gesagt, dass du unsere Gebete hörst.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt — auch in dunklen Zeiten.
Wir vertrauen dir.

Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand: Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht und beschütze uns in dieser Zeit.

Amen.

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“. Zu Jes 55, 6-11

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr.“ Was für ein scharfes Wort. Da kommt doch schnell die Frage in den Sinn, was denn passiert, wenn mein Gedanken und meine Wege nicht mit Gottes Gedanken und Wegen übereinstimmen? Macht es Sinn überhaupt an Gott zu glauben, wenn ich seine Gedanken und seine Wege nicht kenne? Ja, und wie geht das denn, Gottes Gedanken zu kennen und zu denken? Paulus verschärft es dann später in seinen Briefen noch einmal, wenn er meint, dass Gottes Gedanken und Wege jedes menschliche Vorstellungsvermögen übertreffen und höher sind als alle Vernunft.

Liebe Schwestern und Brüder, die Worte des Propheten Jesaja sprechen uns ganz besonders an. Wir kennen folgende Erfahrung: Manchmal sind wir in unseren Plänen und Träumen gefangen und wollen, dass alles so eintritt, wie wir es uns ausgedacht haben. Wir wollen alles auf einmal, und zwar sofort. In unsere Gesellschaft empfinden wir oft Zeitdruck, wir möchten vieles schnell erreichen, und wie stellen uns sicher auch vor, dass Gott unsere Geschwindigkeit mitmacht. 

Wie oft stellen wir uns diese Fragen: Wo bleibst du Gott? Wieso hast du dies oder jenes zugelassen? Wo warst du da? Und … Unsere Vorstellung ist oft: Gott soll sofort auf unsere eigenen Situationen reagieren. Wir lassen Gott keine Zeit, keine Wahl und keinen Handlungsspielraum. Jesaja jedoch ruft uns mit seinem Wort zur Umkehr: Er lädt uns ein, die Freiheit Gottes zu erkennen, denn er handelt wie er es für gut befindet für seine Menschen. Zweifelt nicht an seiner Treue, die er uns zugesagt und gezeigt hat durch viele geschichtlichen Erfahrungen hindurch. Wir dürfen darauf vertrauen, dass seine Gedanken und seine Wege für uns durchaus quer zu unseren Gedanken liegen und dass sein Heilsweg Wege geht, die uns als Umwege erscheinen.

Ich erfahre es in meinem Leben so: Gottes Wort ist für mich der richtige Weg und der richtige Gedanke. Die Stimme Gottes, die ich durch sein Prophetenwort höre, ist der Weg, den Gott für uns bereithält, für jede und jeden einzelnen von uns und für sein Volk insgesamt. Gott kündigt sie an, diese Wege, durch sein Wort. Und sein Wort ist wirksam, es bewirkt etwas, es ist kein leeres Versprechen.

„Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“

Das Wort Gottes hat die Macht, etwas Neues zu schaffen. Wie Regen und Schnee die Erde zu Wachstum und Fruchtbarkeit anregen, so kommt Gottes Wort in unser Leben und schenkt uns neue Erfahrungen. Das Wort Gottes verdichtet sich zu menschlicher Geschichte. Es hat Kraft. Gott sendet sein Wort aus, damit es auf der Erde bewirkt, was es soll. Ja, es ist so, wie es bei Jesaja heißt, sein Wort kommt nicht wieder leer zu ihm zurück, sondern es tut, was Gott gefällt und ihm gelingt, wozu Gott es gesendet hat. Durch das Wort Gottes werden wir die Wege, Gedanken und Spuren Gottes entdecken können. Seine Gedanken und Wege lassen sich finden durch sein Wort, wie Jesaja sagt „suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist“ Amen.

P. Gasto Lyimo Cssp.

Mit unruhigem Herzen einfach vor Gott

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

fast jeder von uns möchte sich Zeit für sich nehmen und sich erholen. Für viele von uns sind die Sommerferien die Zeit, in der wir mehr Ruhe und Zeit haben. Wir machen Urlaub, wir besuchen Freunde, wir gehen wandern und staunen über die Natur. Manchmal gelingt es uns, diese Tage zu erleben, ohne dass wir über viele Sachen nachdenken, die unsere innere Ruhe zerstören können, und manchmal auch nicht. Beim Lesen habe ich einen schönen Text von Benedikt Müntnich gefunden, der uns ermutigt auch mit unseren unruhigen Herzen einfach vor Gott zu kommen.

Er schreibt:

Wir machen beim Beten oft den Fehler, etwas Besonderes zu erwarten. Wenn das nicht eintritt, sind wir enttäuscht und geben auf. Aber Gott will gar nichts Besonders. Er will nur, dass wir mit unseren unruhigen Herzen einfach vor ihm da sind. Durch ihn wird unsere Seele still. Vielleicht passiert für den Augenblick nicht viel. Aber Gott lohnt das Warten auf ihn - mit dem Glück seiner Gegenwart, das zumeist ein stilles Glück ist, aber dann ist es von Dauer. Gott ist wirklich der liebende Gott, auch wenn es das völlig ungeschmälerte Glück in diesem Leben nicht gibt. Dieses ist uns für das ewige Leben aufbewahrt. Und doch: Gott ist wirklich da in unserem Leben! Der Heilige Geist bewirkt, dass dieses Vertrauen in unserem Herzen ist.

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen noch eine ruhige Sommerferien-Zeit und bleiben Sie gesund. Ich freue mich schon auf unsere weitere Begegnung nach den Sommerferien.

P. Gasto

Ich werde für dich sorgen

08.08.2020 - Kennst du diese Geschichte: Der Prophet Elija war in Not geraten. Kein Regen fiel auf das Land. Kein Wasser ist mehr da und keine Ernte. Er hat nichts zu essen und zu trinken. Elija hört die Stimme Gottes: Geh nach Sarepta und besuche die dort lebende Witwe und ihren Sohn. Sie wird für dich sorgen. Ohne zu zögern geht Elja zu ihr und bittet sie um Wasser und Brot. Da zeigt sich, dass sie selbst nichts hat. Sie bereitet sich mit ihrem Sohn auf ihre letzte Mahlzeit auf den letzten Resten vor, um dann zu sterben. Elija überredet sie, ihm noch eine Kleinigkeit zuzubereiten und verspricht ihr dazu auch noch, dass sie in Zukunft in Fülle leben würde. Keine Ahnung, was die Witwe bewogen hat, diesem törichten Versprechen zu glauben. Doch sie tut es und es geschieht wie Elija ihr gesagt hatte: Der Mehltopf wurde nicht leer, der Ölkrug versiegte nicht mehr (nach 1 Könige 1,1-16).

Kaum zu glauben, was dieses unverbrüchliche Vertrauen des Elija in seinen Gott und der Witwe in die Worte des Elija bewirkte. So geschehen Wunder: Im Zuspruch an den anderen, in der Verheißung und im Aufzeigen eines Weges. – Stehen wir einander bei in diesen Krisenmonaten, dann wird es allen gut ergehen.

Gebet:

Herr, zeige mir die Möglichkeiten,
die Dinge zu verändern, die ich verändern kann,

und gib mir die Kraft,
die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann,

und gib mir die Weisheit,
eines vom anderen zu unterscheiden.

(aus Irland)

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.

P.Gasto